Das Farb-Einmaleins der Kreditkarten

Wer seinen Online-Einkauf per Kreditkarte bezahlt, dem ist die Farbe des Plastikgeldes in der Regel vollkommen egal, denn die Zusatzoptionen, die meist in Verbindung mit der Farbe der Kreditkarte offeriert werden, kommen hier ohnehin nur bei passenden Rabattaktionen zum Tragen. Wer allerdings vor der Entscheidung steht, welche Kreditkarte die Richtige ist, sollte sich das folgende Farb-Einmaleins im Vorfeld zur Gemüte führen.

Abbildung 1: In den Geldbörsen wird’s bunt. Doch nur hinter Silber, Gold und Schwarz steckt eine tiefere Bedeutung.

 

Im ersten Schritt ist die Farbe nebensächlich

Natürlich darf beim Kreditkartenvertrag nicht die Farbe des Plastikgeldes darüber entscheiden, welche Karte ausgewählt wird. Viel wichtiger ist es, sich im Vorfeld über die verschiedenen Arten von Kreditkarten klar zu werden. Einen Überblick gibt die folgende Tabelle:

Charge-Kreditkarte Wer ausschließlich positive Merkmale im Schufa-Datensatz hat und liquide ist, der bekommt auf Antrag eine Charge-Kreditkarte. Der Kreditrahmen wird in Abhängigkeit von der Bonität festgelegt. Abgerechnet wird monatlich. Belastet wird das Girokonto.
Debit-Karten Eine Debit-Karte hat vermutlich jeder in der Tasche, der ein Girokonto hat. Nur unter dem Namen ist sie nur selten bekannt. Gemeint ist mit der Bezeichnung Debit-Karte die klassische Maestro-Card, die keinen Kredit im eigentlichen Sinn gewährt, denn die Rechnung wird direkt abgebucht. Verfügbar ist das Geld auf dem Konto bzw. im Rahmen des vereinbarten Girokonto-Dispos.
Prepaid-Kreditkarte Im Grunde handelt es sich bei dieser Variante nicht um eine klassische Kreditkarte, demnach ist weder Schufa-Auskunft noch Bonitätscheck nötig. Die Vorsilbe „Prepaid“ ist hier entscheidend und zeigt an, dass die Karte zunächst im Vorfeld aufgeladen werden muss. Verfügt werden kann dann nur über den aufgeladenen Betrag. Häufig werden diese Kreditkarten von Studenten genutzt.
Revolving-Kreditkarte Die Revolving-Kreditkarte folgt einem ähnlichen Modell wie die Charge-Kreditkarte: Eine Schufa-Anfrage sowie die Festlegung des Verfügungsrahmens unter Beachtung der Bonität einen diese beiden Karten-Varianten. Der Unterschied ist nur: Der Kreditbetrag kann in Raten zurückbezahlt werden.
Virtuelle Kreditkarte Richtig vermutet. Die virtuelle Kreditkarte gibt es nicht zum Anfassen, sondern sie ist nur ein digitales Abbild inklusive Kartennummer und Prüfkennziffer. Da auch die virtuelle Kreditkarte als Prepaid-Karte angeboten wird, entfallen Schufa-Auskunft und Bonitätsprüfung. Bezahlt werden kann damit in erster Linie online und künftig vermutlich auch bei den mobilen Payment Optionen.

 

 

Bei der Farbe bleibt Normalverbrauchern die Wahl zwischen Silber und Gold

Abbildung 2: Die Goldkarte ist bei denjenigen besonders beliebt, die viel unterwegs sind.
Abbildung 3: Die Silberkarte ist fast schon zum Standard geworden.

 

Wie bereits eingangs erwähnt, ist die Farbe der Kreditkarte vor allem ein Zeichen dafür, welche Leistungen der Kreditkarteninhaber mit dieser Karte noch einkauft. Silber- und Goldkarten gehören zum Standard-Repertoire von Banken und Direktbanken.

Anbieter von Goldkarten offerieren häufig diese Leistungen:

  • 24-Stunden-Serviceleistungen, Partnerkarte
  • Bonus-System „Membership Rewards“, Cash-Back
  • Reise-Specials: Reise-Service, Meilen-Bonusprogramm, bevorzugter Check-in, Rabatte auf Reisebuchungen und Mietwagen
  • Tank-Rabatte
  • Versicherungspakete (u.a. Reiseversicherungen)

Wer sich für die Goldkarte interessiert, ist oft viel unterwegs, da gerade die Reise-Leistungen bei dieser Kartenvariante zu betonen sind. Vielflieger sind mit einer Meilen-Sammelkarte gut beraten, aber auch Privat-Reisende können von den vielfältigen Reiseleistungen profitieren.

Beim Vergleich der Leistungen sollte die Aufmerksamkeit vor allem auf die Kostenfaktoren gerichtet werden. Was kostet die Abhebung von Bargeld im In- und Ausland? Wie hoch ist die Fremdwährungsgebühr, die für die Umrechnung beim Geldabheben im Ausland anfällt? Und wie hoch ist die Jahresgebühr der Karte im ersten, aber auch im zweiten Jahr. Die eingangs erwähnten Leistungen dienen auch als Vergleichs-Parameter der unterschiedlichen Anbieter von Silberkarten.

 

Die schwarze Kreditkarte und die Platin-Variante versprühen Luxus

Die schwarze Kreditkarte ist ein Zeichen von purem Luxus. Die Centurion-Karte von American Express ist die wohl berühmteste Vertreterin der schwarzen Kreditkarten. Das Visa-Pendant heißt „Infinite“, das MasterCard-Pendant heißt „Excellence“. Wer sie im Geldbeutel hat oder gar zückt, nutzt damit ein pures Status-Symbol der Extraklasse.

Was die schwarze Kreditkarte mit der Platinum-Variante zu tun hat? Meist ist der Besitz der Platinum-Variante die Voraussetzung um eine „echte“ schwarze Kreditkarte überhaupt zu bekommen. 500.000 Euro sind der veranschlagte Jahresumsatz für diejenigen, denen die schwarze Kreditkarte angeboten wird. Auch die schwarze Kreditkarte ist mit zusätzlichen Leistungen belegt.

  • Zur Plastikvariante der schwarzen Kreditkarte, die nötig ist, damit der Kartenleser sie auch lesen kann, gibt es eine Titan-Variante, die selbstredend einen noch luxuriöseren Eindruck hinterlässt.
  • Statt Reiseversicherungen und Rabatten kaufen die Inhaber einer schwarzen Kreditkarte mit eben dieser einen telefonischen Concierge-Service dazu, der ihnen 24 Stunden am Tag zur Verfügung steht.
  • Die üblichen Sammel-Aktionen gibt es aber trotzdem, nur verdienen sich die Inhaber der schwarzen Kreditkarte natürlich keinen regulären Flug mit Meilen-Sammeln, sondern einen Flug erster Klasse.